Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
  • Arabisch
  • Deutsch
  • 8.–11. Klasse
  • Kleine Gruppen
  • Sprichwörter

Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik

Ausflug in die Vielfalt der Übersetzungskunst

Projekt von Leila Chammaa und Kenan Khadaj

Kurzübersicht

Sensibilisierung der Teilnehmer·innen für die Übersetzungskunst und die eigenen sprachlichen und übersetzerischen Fähigkeiten, mit dem Ziel, sie in ihrem Selbstbewusstsein und ihren Kompetenzen zu fördern und stärken.

Format:

  • Workshop-Gespräche zur Reflexion des persönlichen Verhältnisses zu Wort und Sprache; spontanes Dolmetschen; schriftliches Übersetzen verschiedener literarischer Genres in Einzel- und Gruppenarbeit

Gruppenstärke:

  • acht bis zwölf Teilnehmer·innen

Ziele und Wirkungen:

  • Reflexion der eigenen Sprachkompetenzen, Reflexion der eigenen übersetzerischen Fähigkeiten, Förderung der sprachmittlerischen Kompetenzen, Stärkung des Selbstbewusstseins, Empowerment, Leseförderung, Schreibförderung, Förderung des eigenständigen Denkens, Förderung geistiger und sprachlicher Flexibilität, Förderung der Spontaneität und Kreativität bei der Überbrückung sprachlicher Hindernisse, Interkultureller Austausch, Verständigung, Literaturvermittlung

Dauer:

  • bis zu zehn Sitzungen à 90 Minuten

Wirkungen:

  • für die Sprache: Sensibilisierung für Sprachbesonderheiten, Sensibilisierung für Problemschwerpunkte beim Übersetzen, Förderung der sprachlichen Experimentierfreude und Entdeckungslust, Förderung der sprachlichen Genauigkeit, Förderung des Stilbewusstseins
  • für die eigene Person: Teilhabe, Überwindung von Hemmschwellen, Stärkung des Selbstvertrauens, Training von Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsvermögen, Schärfung der Auffassungsgabe
  • für die Gruppe: Interaktion, Entdeckung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden, Optimierung der Arbeitsergebnisse durch Kooperation
  • für weiteren Unterricht: Übertragung der gewonnenen Erkenntnisse auf anderen Sprachunterricht
Material:
  • Textkopien, Flipchart oder Tafel, Papier, Stifte
Setting:
  • ein großer Tisch; Stuhlkreis
Räumliche Voraussetzung:
  • keine besonderen räumlichen Voraussetzungen
Vorbereitung/Aufwand:
  • kein großer Vorbereitungsaufwand
Sprachen:
  • Deutsch und Arabisch, Schwerpunkt auf Arabisch als Mutter- und Deutsch als Zweitsprache; Übungen teils auch auf andere Sprachgruppen übertragbar
„Hier im Workshop habe ich
weniger Angst vor der deutschen Sprache.“
Teilnehmer·in

Workshopidee

Bei verschiedenen Aktivitäten (Gespräche, Informationsaustausch, gemeinsames Brainstormen, spontanes Dolmetschen, überlegtes Übersetzen verschiedener literarischer Textsorten) in unterschiedlichen Arbeitssituationen (Einzel-, Paar- und Gruppenarbeit) wird das Bewusstsein für die Übersetzungskunst geschärft. Den Teilnehmer·innen wird Gelegenheit geboten, eigene Erfahrungen zu reflektieren, zu formulieren, sich mitzuteilen und auszutauschen, sich theoretisch mit dem Themenkomplex Sprache und Übersetzen auseinanderzusetzen und sich praktisch auszuprobieren. Dabei geht es nicht um sprachliche Genauigkeit und stilistische Feinheit, sondern um spielerisches Experimentieren mit den beiden Sprachen und um das Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen.

Das Konzept stellt nicht explizit das Arabische in den Fokus, sondern die Mehrsprachigkeit und ist auf andere Sprachen übertragbar – idealerweise solche, die nicht vom schulischen Lehrplan abgedeckt werden. Auf diese Weise werden Kinder und Jugendliche mit marginalisierten Muttersprachen für ihre sprachlichen Fähigkeiten sensibilisiert. Ihnen soll ein positiver Zugang zu ihrer Bilingualität eröffnet werden, sodass sie diese nicht – wie so oft – als Hindernis oder Belastung werten, sondern als Potential und Gewinn erkennen.

Um den Kindern und Jugendlichen ein positives Rollenmodell vor Augen zu führen, könnten Übersetzer·innen oder Autor·innen mit bilingualem Hintergrund eingeladen werden, die über ihre persönlichen Erfahrungen und ihren beruflichen Werdegang berichten.

Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
Foto: Noor Flihan
Deutsch-Arabisches Übersetzungsmosaik
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Foto: Noor Flihan

Über den Workshop von Kenan Khadaj und Leila Chammaa

In Kooperation mit dem Verein „Back on Track Syria“ in Berlin Kreuzberg wurde der Übersetzungsworkshop als außerschulisches Nachmittagsprogramm für Jugendliche angeboten, in insgesamt vier Sitzungen von jeweils zweieinhalb Zeitstunden.

Für die teilnehmenden Jugendlichen mit arabischem Sprachhintergrund bedeuteten die Übungen ein Eintauchen in die deutsche Sprache, die für viele mit Fluchthintergrund noch fremd war.

Die Sitzungen boten unterschiedliche thematische Schwerpunkte, um einen möglichst facettenreichen Einblick in die Vielfalt der Übersetzungskunst zu bieten. Die Teilnehmer·innen hatten so die Gelegenheit, sich in verschiedenen Tätigkeitsfeldern auszuprobieren: Sie begaben sich in Dolmetschsituationen, machten aber auch schriftliche Erfahrungen. An Sprichwörtern, Gedichten, Kürzestgeschichten und Comics übten sie sich in beiden Sprachrichtungen.

Die angewandte Methodik setzte vor allem auf spielerischen Umgang mit Laut und Wort, auf freies Assoziieren, auf Experimentieren mit Ausdrucksformen und -mitteln.

Der Workshop zielte darauf ab, die Jugendlichen für ihre sprachlichen Fähigkeiten zu sensibilisieren, sie in ihren Kompetenzen zu bestätigen und zugleich zu ermutigen, bestehende Hemmschwellen zu überwinden, um sie letzten Endes in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken.

„Der ist zu schwer, den kann man nicht übersetzen“, wiesen die Teilnehmer·innen beim ersten Treffen jeden Text zurück. Am Ende des Workshops fanden sie für alles spielend mehrere Lösungen. Kursleiterin

Über Leila Chammaa

Leila Chammaa, in Beirut/Libanon geboren, studierte Islamwissenschaft, Arabistik und Politologie an der FU Berlin und im Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache an der HU Berlin. Seit 1990 übersetzt sie arabische Prosa und Lyrik ins Deutsche.

Sie versteht sich als Sprach- und Kulturvermittlerin und bietet in diesem Kontext zweisprachige Lesungen und Schreibwerkstätten sowie Übersetzungsworkshops für Kinder und Jugendliche an interkulturellen Institutionen und Schulen an. Weiterhin leitet sie „Train the Trainer“-Projekte zur Ausbildung von Schreibwerkstattleiter·innen.

Leila Chammaa kann für  Veranstaltungen und Fortbildungen z.B. in Schulen angefragt werden: Kontakt hier.

 

 

Über Kenan Khadaj

Kenan Khadaj ist selbständiger Schriftsteller und Übersetzer. Er studierte zunächst Ökonomie an der Damaskus Universität, nun Anglistik und Komparatistik an der FU Berlin. Von ihm ist zuletzt „Ich bin nicht euer Hampelmann“ im Neuen Heimat Verlag erschienen. Er hat zahlreiche Literaturgruppen und Werkstätten gegründet und geleitet und lernt daraus viel für seine eigene Arbeit.

Kenan Khadaj kann für  Veranstaltungen und Fortbildungen z.B. in Schulen angefragt werden: Kontakt hier.

„Sprache ist formbar
wie Knete.“
Teilnehmer·in
Materialsammlung

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